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Ein heiliger Bim Bam

Mehr als 500 Kinder und Jugendliche treffen sich zum diözesanweiten Minitag in Vierzehnheiligen
Die Minis stellen sich für Prozession zum Abschlussgottesdienst auf
Datum:
10. Okt. 2022
Von:
Alexandra Mack

Man hat es schon den Tag über geahnt, dass an diesem sonnigen Samstag ziemlich viele Ministrant*innen aus dem ganzen Erzbistum hier nach Vierzehnheiligen gekommen sind. Doch beim Gottesdienst wird es endgültig klar: Überall in der Basilika sind Kinder und Jugendliche in Ministrantengewändern und die Plätze in den Bänken reichen bei weitem nicht aus. Zusätzlich sind zahlreiche Sitzkissen überall verteilt. Auch Erzbischof Ludwig Schick ist sichtlich berührt und dankt den Kindern und Jugendlichen für ihren Dienst und dass sie an diesem Tag den Weg zu den vierzehn Nothelfern auf sich genommen haben.

Die Heiligen konnten sie den ganzen Tag über bei einer Rätselrallye rund um die Basilika und das Tagungshaus kennenlernen. Wie etwa die heilige Margarethe, die Schutzheilige der Gärtner, die sich über alles freut, was wächst. An der Station säen die Kinder und Jugendlichen Sonnenblumen-Samen in einen Topf. Den Topf habe sie vorher bemalt und zwar mit ihren Wünschen für die Zukunft. Zu sehen sind Blumenwiesen, Katzen, Pferde, die Familie. „Die Blumentöpfe zu bemalen, hat mir sehr viel Spaß gemacht“, sagt die 11-jährige Maria aus Friesen später und es wird klar, für die Kinder ist das eines der Highlights des Tages. Neben dem guten Mittagessen natürlich - Käsespätzle, Pommes und Schnitzel.

An der Station des heiligen Georg ging es um die eigenen Ängste. „Wie Georg den Drachen besiegt hat, können auch wir unsere Ängste besiegt“ erklärt Bildungsreferentin Christine Taistra den Kindern an der Station. „Wir müssen nur unseren Mut zusammen nehmen.“ Die Kinder schreiben dann mit Filzstiften auf einen Luftballon, wovor sie sich fürchten. Dann binden sie die Ballons an einem Maschendraht fest, der über einen Tisch gespannt ist. Bewaffnet mit einem Buntstift als Schwert reiten sie dann auf einem Steckenpferd auf den Drachen zu, lassen die Ballons platzen und machen so ihre Ängste platt.

Dem heiligen Cyriakus helfen die Kinder beim Steineschleppen. Mit Schubkarren und Eimern transportieren sie die Last über verschiedene Hindernisse, um sie am Ende von Hand zu Hand zu reichen. Cyriakus bedankt sich bei ihnen für die Hilfe. Marco, ein Ehrenamtlicher der den Heiligen spielt, bittet sie dann auf eine Karte zu schreiben, was sie belastet, was ihnen schwer fällt. Die Kinder schreiben fleißig: von bei dem Computerspiel Fortritte zu gewinnen bis Französisch-Vokabeln lernen. Anschließend kommen die Karte in eine Box, die aussieht wie ein Ziegelstein.

Bei der heiligen Katharina und dem heiligen Dionysius lösen sie ein Rätsel mit zahlreichen Fragen zu den Heiligen beantworten. Die Informationen dazu können sie den Plakaten an den Stellwänden entnehmen. So soll etwa Dionysius nach seiner Enthauptung in Paris seinen Kopf in die Hand genommen und bis in sein Grab getragen habe. Mit dem Lösungswort, dass sich aus den zahlreichen Fragen ergibt, können sie dann das Schloss einer Schatzkiste öffnen. Darin sind neben Gummibärchen zwei große Köpfe. Auf den Rückseiten tragen sie zusammen, was sie tun, wenn die Welt mal wieder Kopf steht. „Ich lege mich in mein Bett und chille“, sagt die 11-jährige Frieda aus Gundelsheim. „Man könnte auch sagen, ich meditiere.“

Im Gottesdienst halten einige Kinder die Köpfe oder die Ziegelstein-Boxen vorn am Altar in den Händen, während sie die Fürbitten vortragen. Gerd-Richard Neumeier, seit Anfang September Diözesanjugendpfarrer bedankt sich später bei allen Minis, die nach Vierzehnheiligen gekommen sind. „Ich bin ja jetzt auch Ministrantenpfarrer“, sagt er zum Abschied. „Und ich freue mich riesig, dass ich euch heute kennenlernen durfte.“

Neumeier zieht ein positives Fazit. „Das war ein wirklich toller Tag für die Ministrantinnen und Ministranten“, sagt er. „Dass alles so reibungslos verlaufen ist, ist auch der guten Organisation und der Arbeit der gut 90 haupt- und ehrenamtlichen Helfer zu verdanken.“ Auf die Ministrantenwallfahrt nach Rom in zwei Jahren freut er sich jetzt noch mehr - und auch auf den nächsten diözesanweiten Mini-Tag.